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Von Shared Hosting zu Docker: Warum Agenturen jetzt umsteigen sollten

Von Shared Hosting zu Docker: Warum Agenturen jetzt umsteigen sollten

Shared Hosting war jahrelang der Standard für Webagenturen: schnell eingerichtet, günstig, keine Serveradministration nötig. Aber mit wachsenden Anforderungen — Performance, Sicherheit, Reproduzierbarkeit — stoßen Shared-Hosting-Umgebungen an ihre Grenzen. Docker auf einem eigenen VPS bietet die Kontrolle eines dedizierten Servers zum Preis eines besseren Shared-Hosting-Pakets.

In diesem Artikel zeigen wir den konkreten Migrationspfad, Kostenvergleich und typische Stolpersteine. Wenn Sie sich für die Kostenseite von Self-Hosting interessieren, empfehlen wir unseren Artikel über die wahren Kosten.

Warum Shared Hosting nicht mehr reicht

Performance

VPS-hosted Sites laden 15–35 % schneller als der gleiche Code auf Shared Hosting. Die Ursache: geteilte Ressourcen.

Metrik Shared Hosting Docker/VPS
TTFB 1.000+ ms unter Last Unter 400 ms konsistent
DB-Queries Geteilter MySQL-Server Dedizierter Container auf SSD/NVMe
Container-Start N/A Bis zu 10x schneller auf NVMe
Noisy Neighbors Ja — andere Kunden bremsen Nein — isolierte Container

Isolation und Sicherheit

Auf Shared Hosting teilen sich Hunderte Kunden denselben Server. Ein kompromittierter Account kann andere gefährden. Docker nutzt Linux-Kernel-Namespaces und cgroups für harte CPU/RAM-Limits pro Container — unmöglich auf Shared Hosting.

Reproduzierbarkeit

Ein docker compose up gibt jedem Entwickler eine identische Umgebung. Keine manuellen LAMP-Setups, keine PHP-Versionskonflikte, keine fehlenden Extensions. Dieselben Container gehen auf Staging und Produktion.

Kostenvergleich (2026)

Tier Shared Hosting VPS (unmanaged) VPS (managed)
Einstieg 2–10 EUR/Monat 3,50–15 EUR/Monat 18–35 EUR/Monat
Mittelklasse 10–25 EUR/Monat 15–40 EUR/Monat 35–80 EUR/Monat

Ein Hetzner Cloud CX22 (2 vCPU, 4 GB RAM) kostet ca. 5,49 EUR/Monat — genug für 5–10 WordPress-Sites in Docker-Containern.

Break-even für Agenturen

Wenn Sie 10+ Kundensites auf Shared Hosting betreiben (je 5–10 EUR = 50–100 EUR/Monat), konsolidiert ein einzelner VPS für 20–30 EUR/Monat alles — 50–70 % Ersparnis bei besserer Performance. Ein Ingenieur kann mit Docker + Traefik + Portainer ca. 30 WordPress-Sites verwalten.

Der Migrationspfad

Schritt 1: VPS bereitstellen

Empfohlene Anbieter mit deutschen Rechenzentren:

  • Hetzner Cloud: Ab 3,49 EUR/Monat, exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Netcup: Ab 3,99 EUR/Monat, gutes Netzwerk
  • IONOS: Ab 4 EUR/Monat, deutscher Support

Betriebssystem: Ubuntu 24.04 LTS oder Debian 12.

Schritt 2: Docker + Traefik installieren

# Docker installieren
curl -fsSL https://get.docker.com | sh

# Docker-Netzwerk für Traefik erstellen
docker network create traefik-proxy

# Traefik als Reverse Proxy starten (siehe unseren Traefik-Artikel)

Traefik übernimmt das Routing, SSL-Terminierung und automatische Let’s-Encrypt-Zertifikate. Details in unserem Traefik-v3-Artikel.

Schritt 3: PHP-App containerisieren

Für eine typische PHP-Anwendung (WordPress, Laravel, Symfony):

FROM php:8.3-fpm-alpine

# PHP-Extensions installieren
RUN docker-php-ext-install mysqli pdo pdo_mysql opcache

# Produktions-php.ini verwenden
RUN cp /usr/local/etc/php/php.ini-production /usr/local/etc/php/php.ini

# App-Code kopieren
COPY . /var/www/html
RUN chown -R www-data:www-data /var/www/html

Für WordPress gibt es fertige offizielle Images — kein eigenes Dockerfile nötig:

services:
  wordpress:
    image: wordpress:6.7-php8.3-fpm
    environment:
      - WORDPRESS_DB_HOST=db
      - WORDPRESS_DB_USER=wordpress
      - WORDPRESS_DB_PASSWORD=${DB_PASSWORD}
    volumes:
      - wp-data:/var/www/html
    labels:
      - traefik.enable=true
      - traefik.http.routers.wp.rule=Host(`kunde-a.de`)
      - traefik.http.routers.wp.tls.certresolver=letsencrypt
    networks:
      - traefik-proxy
      - wp-internal

  db:
    image: mariadb:10.11
    environment:
      - MYSQL_ROOT_PASSWORD=${DB_ROOT_PASSWORD}
      - MYSQL_DATABASE=wordpress
      - MYSQL_USER=wordpress
      - MYSQL_PASSWORD=${DB_PASSWORD}
    volumes:
      - db-data:/var/lib/mysql
    networks:
      - wp-internal

Schritt 4: Daten migrieren

  1. Dateien: rsync oder scp vom Shared-Hosting-Server
  2. Datenbank: mysqldump exportieren, in den neuen Container importieren
  3. DNS: A-Record auf die neue Server-IP umstellen
  4. E-Mail: MX-Records prüfen — wenn der Shared-Hoster auch E-Mail bereitstellt, muss das separat gelöst werden
# Datenbank exportieren (vom Shared-Hosting)
mysqldump -u user -p database > backup.sql

# In den neuen Container importieren
docker exec -i db mysql -u wordpress -p wordpress < backup.sql

Schritt 5: Mehrere Sites konsolidieren

Der große Vorteil von Docker: Jede Kundensite läuft in ihrem eigenen Container-Stack mit eigener Datenbank, eigenem PHP und eigenen Volumes. Traefik routet anhand der Domain automatisch an den richtigen Container.

# Kunde A
wp-kunde-a/docker-compose.yml → Host(`kunde-a.de`)

# Kunde B
wp-kunde-b/docker-compose.yml → Host(`kunde-b.de`)

# Kunde C
wp-kunde-c/docker-compose.yml → Host(`kunde-c.de`)

Typische Stolpersteine

E-Mail-Versand

Shared Hosting bietet oft integrierten E-Mail-Versand. Auf einem VPS müssen Sie einen SMTP-Dienst konfigurieren (z. B. Mailcow, Postfix, oder einen externen Provider wie Mailgun). Mehr dazu in unserem Mailcow-Artikel.

Cronjobs

Shared-Hosting-Cronjobs müssen in Docker-Container übersetzt werden. Nutzen Sie cron im Container oder einen separaten Cron-Container wie ofelia.

File Permissions

Docker-Container laufen oft als root (UID 0), während Dateien auf dem Host einem anderen User gehören. Setzen Sie user: "1000:1000" im Compose-File oder passen Sie die Berechtigungen im Dockerfile an.

Backups

Shared Hosting bietet meist automatische Backups. Auf dem eigenen VPS sind Sie verantwortlich. Richten Sie von Anfang an eine Backup-Strategie ein — unsere Anleitung für Docker-Backups hilft.

Checkliste: Migration von Shared zu Docker

Schritt Status
VPS bestellt und eingerichtet
Docker + Docker Compose installiert
Traefik als Reverse Proxy konfiguriert
Server gehärtet (SSH, Firewall, Updates)
Docker-Compose für jede Site erstellt
Datenbank exportiert und importiert
Dateien migriert
SSL-Zertifikate via Traefik aktiv
DNS umgestellt
E-Mail-Versand getestet
Backup-Strategie eingerichtet
Monitoring aktiviert

Managed Migration: Wir übernehmen den Umzug

Die Migration von Shared Hosting zu Docker erfordert Know-how in Linux-Administration, Docker, Traefik und Netzwerken. Bei netzspitze.tech übernehmen wir den kompletten Umzug:

  • Server-Setup und Härtung
  • Docker + Traefik-Konfiguration
  • Migration aller Sites mit Datenbank und Dateien
  • DNS-Umstellung mit minimaler Downtime
  • E-Mail-Lösung (Mailcow oder externer SMTP)
  • Monitoring und Backup ab Tag 1

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